Rikepa Hilft: Neues aus Madagaskar

Liebe Leserschaft,

uns erreichte ein neuer Bericht aus Madagaskar, vom Projekt "Mobile Hilfe Madagaskar". Hier ist aktuell die junge Kollegin Laura Abel vor Ort und schickte uns folgenden Bericht. Wir danken sehr und freuen uns, dass wir mit Rikepa Demo einen Teil beitragen konnten. 

‚Als ich Ende Januar in Madagaskar landete und meine dreimonatige Arbeit als Hebamme bei MHM aufnahm, waren meine Vorstellungen und Erwartungen nicht mehr als eine vage Idee aus Reiseführern, Internetseiten und Tanjas Erzählungen. Sie hatte berichtet, dass nur wenige Tage vor meiner Ankunft das neue Krankenhaus eingeweiht worden war, ein Ausbau der ehemals kleinen Krankenstation, den sie erst im März 2018 begonnen hatten. Entsprechend hatte ich das Bild eines einfachen Gebäudes vor Augen, vielleicht noch inmitten einer Baustelle. Ich wurde bei Ankunft eines Besseren belehrt: Tatsächlich war hier in einem kleinen madagassischen Dorf ein ganzer Gebäudekomplex entstanden, der unter anderem Krankenzimmer, eine Kapelle, Büro-, Lager- und Aufenthaltsräume sowie nicht zuletzt auch einen OP und zwei liebevoll gestaltete Kreißsäle umfasste, wie man sie sich ähnlich auch in Deutschland vorstellen kann. Aus viel Hingabe, Liebe und Fleiß und nicht zuletzt auch aus zahlreichen Sach- und Geldspenden war hier ein Ort der Ruhe und des Friedens entstanden.

Die folgenden Tage und Wochen füllte sich das Krankenhaus zunehmend mit Leben: Die ersten Babys wurden in den neuen Räumlichkeiten geboren. Ich erinnere mich beispielsweise an eine sehr glückliche Mutter, die nach zwei tot geborenen Kindern nun ihren ersten lebendigen und gesunden Jungen in den Armen hielt. Oder an die Geburt unseres ersten Kaiserschnitt-Babys. An Kinder, die aufgrund komplizierter Geburtsverläufe geschwächt zur Welt kamen, die jedoch alle Möglichkeiten empfingen, um ihnen trotz dessen durch geschultes Personal und verfügbare Geräte den bestmöglichen Start ins Leben zu bieten.
Freude und Leid liegen in Madagaskar nah beieinander. Trotzdem habe ich zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt, dass nicht jeder im Team sein Bestmögliches tut und mit voller Leidenschaft handelt, um hier kleine Wunder möglich zu machen. Die madagassischen Hebammen haben mich mit großer Offenheit empfangen und sind sehr gewillt, ihre Fähigkeiten, die sie in ihrer sehr einfach gehaltenen Ausbildung üblicherweise erlernen, in täglicher Zusammenarbeit mit europäischen Freiwilligen und durch regelmäßige, gezielte Fortbildungen auszubauen.
Meine Zeit hier erfüllt mich mit viel Freude. Ich sehe, wie schnell und ergiebig sich die Dinge hier entwickeln, und all das aufgrund der Hingabe vieler einzelner, ganz unterschiedlicher Menschen aus aller Welt und vor Ort.
Die Homepage von MHM ziert eingangs ein afrikanisches Sprichwort: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Das ist MHM.‘